Fassadenreinigung

Putz, Naturstein, Glas, Metall oder Holz: Fassaden bestehen aus unterschiedlichen Materialien und verleihen dem jeweiligen Gebäude ein individuelles Äußeres. Um den optischen Eindruck und den Wert möglichst lange zu erhalten, ist eine regelmäßige Reinigung der Fassade erforderlich. Dafür sind mit Hochdruckreinigern, Sand- und Trockeneisstrahlgeräten verschiedene Techniken verfügbar, die je nach Material und Schmutzart fachgerecht anzuwenden sind.

Eine Person auf einer Hebebühne nutzt einen Kärcher Hochdruckreiniger für die Fassadenreinigung

Tipp – Dampfstufe einsetzen:

Handelt es sich um hartnäckige Verschmutzungen, wie Farbe oder Bitumenanstriche oder empfindliche Oberflächen, so kann die Dampfstufe des Hochdruckreinigers eingesetzt werden. Der bis zu 155 °C heiße Wasserdampf erlaubt eine intensive Fassadenreinigung und schont durch den niedrigen Arbeitsdruck die Oberfläche.

Eine Person mit Ohrenschützern und Handschuhen nutzt ein Gerät für das Partikelstrahlverfahren zur Reinigung einer Fassade

Wie funktioniert’s? Sandstrahlen

Beim Niederdruck-Partikelstrahlverfahren, dem sogenannten Sandstrahlen, wird eine Strahlpistole über einen Baukompressor mit Druckluft versorgt. Zusätzlich werden der Luft in der Mischkammer ein sehr feines, weiches Strahlmittel sowie Wasser für staubbindendes Arbeiten hinzugefügt. Wichtig ist, die Eigenschaften des Strahlmittels zu der jeweiligen Verschmutzung und der originalen Fassadenoberfläche passend auszuwählen. Das Gemisch aus Luft, Wasser und Strahlmittel tritt an der Düse der Pistole aus, wobei Luftdruck, Wasser- und Strahlmittelmenge individuell regulierbar sind. Auf diese Weise lassen sich Fassaden mit minimaler Abrasion reinigen.

 

Wie funktioniert’s? Trockeneisstrahlen

Das Trockeneisstrahlen ist ein Strahlverfahren, bei dem CO₂-Pellets mit einer Größe von 0,5 bis 3 Millimetern als Strahlmittel verwendet werden. Die Trockeneispellets treffen mit einer Temperatur von -79 °C und einer Geschwindigkeit von 150 m/s auf die Oberfläche und setzen dabei kinetische Energie frei. Durch den Thermoschock wird der Schmutz abgekühlt, wodurch er spröde wird und sich von der Oberfläche löst.

Bei der Fassadenreinigung mit Trockeneis dringt gefrorenes Kohlendioxid in Risse in Schmutzkrusten oder Lackbeschichtungen ein, geht vom festen in den gasförmigen Zustand über und löst den Schmutz durch Volumenausdehnung ab. Die entfernten Schmutzpartikel werden entweder mit Druckluft weggeblasen oder mithilfe von Absaugsystemen aufgefangen.

Metallfassaden reinigen

Um Schmutz von einer Fassade zu entfernen, kann ein Hochdruckreiniger verwendet werden. Empfohlen werden Reinigungsbürsten mit weichen Tierhaaren oder Polyamidborsten (starre oder rotierende). Das Wasser fließt als Niederdruckstrahl durch die große Bürstenöffnung, wodurch die Dämmschicht hinter der Fassade geschont wird, während stark anhaftender Schmutz ohne zusätzlichen Reiniger entfernt wird.

Eine Person nutzt eine Kärcher Teleskopstange, um eine Metallfassade zu reinigen
Metallfassadenreinigung mit Bürste
Metallfassade

Zum Schluss werden alle Reinigungsrückstände nochmals mit klarem Wasser abgespült, bevor die Fassade abgezogen oder abgeledert wird. Dazu kann mit Teleskopstangensystemen oder einer Hubbühne gearbeitet werden. Um das gleichmäßige Erscheinungsbild möglichst lange zu erhalten, kann man ein Konservierungsmittel aufbringen und sorgfältig auspolieren, nachdem die Metallfassade gereinigt wurde. So wird die Oberfläche auch gegen Emissionen geschützt, die eine Neuanschmutzung begünstigen.

Befinden sich während der Bauzeit feste Verschmutzungen wie Gips, Mörtel oder Betonreste auf Metallfassaden, so lassen sie sich mit Holz- oder Kunststoffspateln beseitigen. Dies sollte schnellstmöglich geschehen, da die Materialien stark alkalisch sind und somit irreparable Schäden hervorrufen können, besonders bei eloxiertem Aluminium. Ist die Fassade von diesen Verschmutzungen befreit, kann mit der Erstreinigung begonnen werden. Die Vorgehensweise bei späteren Reinigungsmaßnahmen ist analog.

Holzfassaden reinigen

Wenn Holz UV-Strahlung ausgesetzt ist, zerfällt das Lignin, was zu einer Vergrauung der Oberfläche führt. Die Hochdruckreinigung mit heißem Wasser kehrt diesen Effekt um. Bei der Fassadenreinigung wird anstelle chemischer Reinigungsmittel heißes Wasser verwendet, das Schmutz schneller auflöst als kaltes Wasser, während der Druck niedriger gehalten wird, um die Holzstruktur zu schonen. Staub, Pollen, Sporen und Schimmel werden durch die thermische Wirkung des heißen Wassers von der Oberfläche entfernt und reduziert, wodurch das ursprüngliche Erscheinungsbild des Holzes je nach Ausgangszustand wiederhergestellt wird.

Holzfassade mit Fenster

Bei robusten Laubholzfassaden wie Eiche oder Robinie haben Heißwasser-Hochdruckreiniger mit einem Druck von circa 100 bar sowie einer Temperatur zwischen 60 °C und 80 °C bewährt. Empfindlichere Hölzer wie Lärche oder Fichte werden mit einem Druck von etwa 50 bar behandelt. Es sollte eine Flachstrahldüse eingesetzt und mit einem Winkel von 25° bis 40° gearbeitet werden, um einen Punktstrahl zu vermeiden. Rotierende Düsen sind nicht zu verwenden, da sie zu Beschädigungen führen können. Sollte die Anwendung dennoch zu abrasiv sein, kann die Abrasivität durch Verringerung der Wassermenge oder einen größeren Durchmesser der Düse minimiert werden.

Der Abstand zwischen Düse und Oberfläche sollte bei etwa 20 Zentimetern liegen, wobei das Reinigen der Holzfassade entlang der Faserrichtung erfolgt. Empfehlenswert ist zudem, die gesamte Fläche vorzuwässern und dann von oben nach unten zu arbeiten, damit der untere Fassadenteil das herabfließende Schmutzwasser nicht aufsaugt. Zum Schluss ist die gesamte Fassade noch einmal ohne Druck abzuspülen.

Eine Person reinigt eine Putzfassade

Putzfassade reinigen

Putzfassaden werden häufig verbaut und lassen in Oberflächenbeschaffenheit und Farbgebung viel Gestaltungsfreiheit. Damit die Fassade eine ansprechende Optik behält, empfehlen sich zusätzlich zur Erneuerung des Anstrichs regelmäßige Reinigungsmaßnahmen. Unsere Tipps und Tricks helfen dabei, die Putzfassade effizient und schonend zu reinigen.

eine Person in Schutzkleidung und mit Helm reinigt auf einem Dach eine Steinfassade mit einem Kärcher Hochdruckreiniger

Steinfassade reinigen

So beliebt Natursteinfassaden sind, das Reinigen ist trickreich – denn vor Beginn ist festzustellen, um welches Material es sich handelt, welche Arten und welcher Grad an Verschmutzung vorliegen und wie der Zustand der Fassade generell ist. Je nachdem sind verschiedene Maßnahmen zu ergreifen und Arbeitsmethoden wie Heißwasser-Hochdruck oder Niederdruck-Partikelstrahlverfahren darauf abzustimmen.

eine Person reinigt eine schräge Glasfassade mit Hilfe einer Teleskopstange

Glasfassade reinigen

Glasfassaden spielen in der modernen Architektur eine große Rolle und verleihen Gebäuden eine transparente Außenhaut. Es kommen verschiedene Glastypen zum Einsatz, die schonend und effizient gereinigt werden müssen. Für die Bauendreinigung kommt meist das klassische Einwaschen und Abziehen zum Einsatz, wobei kratzempfindliche Glasoberflächen wie zum Beispiel Einscheibensicherheitsglas (ESG) besonders vorsichtig zu behandeln sind. In der Intervallreinigung sind Fassadenreinigungssysteme unter Verwendung von entmineralisiertem Wasser etabliert.

Rechtliches: Bestimmungen vor Ort beachten

Fassadenreinigungen finden immer im öffentlichen Raum statt, sodass die vor Ort geltenden gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften einzuhalten sind. Eine Abwassereinleitung ist in vielen Ländern genehmigungspflichtig. Handelt es sich lediglich um Schmutzwasser, kann das Wasser vielerorts nach einer Filtration eingeleitet werden, aufgefangene Feststoffe sind zu entsorgen. Wurde ein Reinigungsmittel eingesetzt, muss das Wasser meist aufgefangen, filtriert und neutralisiert werden. Auch hinsichtlich der Verwendung von Strahlmitteln, dem Entstehen von Staub, Lärm oder Abgas sind die entsprechenden Regelungen einzuhalten.