Reinigung, desinfizierende Reinigung, Desinfektion: Was ähnlich klingt, unterscheidet sich in der Praxis deutlich. Während bei der manuellen Reinigung mit Reinigungsmitteln die objektive Sauberkeit im Vordergrund steht, geht die desinfizierende Reinigung oder auch Routinedesinfektion einen Schritt weiter. Sie wird zur präventiven Reduktion von Keimen und Mikroorganismen auf Oberflächen mit häufigem Hautkontakt durch viele Personen eingesetzt. Zu Flächen mit häufigem Hautkontakt zählen zum Beispiel Türgriffe, Handläufe, Bedienungselemente wie Kartenlesegeräte, Touchscreens etc. Bei der, häufig behördlich angeordneten, gezielten Desinfektion werden Viren, Bakterien, Sporen oder Hefen praktisch vollständig vernichtet bzw. inaktiviert, sodass Oberflächen keinesfalls mehr infektiös sein können. Eine gezielte Desinfektion mit Desinfektionsmittel wird in Bereichen mit hohem Infektionsrisiko empfohlen, zum Beispiel in patientennahen Bereichen von Krankenhäusern, beim Auftreten übertragbarer Erkrankungen, nach behördlicher Anweisung, in Schwimmbädern oder in der Lebensmittelindustrie.
Voraussetzungen für eine sichere Desinfektion sind die exakte Dosierung des Desinfektionsmittels in kaltem Wasser, eine ausreichende Benetzung der zuvor trockenen Oberfläche mittels eines Reinigungstuchs sowie die Beachtung der vorgegebenen Einwirkzeit und die passende Umgebungstemperatur um 20 °C. Während der Trocknungszeit muss die behandelte Oberfläche unberührt bleiben, auch ein Nachwischen ist zu unterlassen, um das Risiko erneuter Kontaminationen auszuschließen. Lediglich in lebensmittelverarbeitenden Bereichen wie Restaurant- und Kantinenküchen muss mit Trinkwasser nachgespült werden.