Endlich lernen statt Wasser holen

Mit der Initiative „Sauberes Wasser für die Welt“ engagieren sich der Global Nature Fund und Kärcher für die Wasserqualität in Schwellen- und Entwicklungsländern. Das Ziel: das Thema Wasser ganzheitlich angehen. An einer Schule im ostafrikanischen Burundi kommt nun zum ersten Mal ein Kärcher Produkt zur Wasseraufbereitung zum Einsatz.

Schüler in Burundi holen Wasser an einer Kärcher Wasseraufbereitungsanlage
Lionel Niyonkuru

Wie stark sich die Lebensqualität erhöht hat, zeigt sich in den ersten Erfahrungen der Schüler wie Lionel Niyonkuru. Der 21-Jährige ist seit vier Jahren an der Schule und macht nächstes Jahr seinen Abschluss im Bereich der Sozialwissenschaften. Die Wasserbeschaffung sei in der Vergangenheit anstrengend, zeitintensiv und unhygienisch gewesen, erzählt er. „Wir mussten Wasser aus einem kleinen Fluss holen, der weit von hier entfernt ist. Wir fühlten uns müde, wenn wir auf dem Rückweg zur Schule mit einem Kanister auf dem Kopf den Hügel hinaufkletterten.“ Und das sei kein Einzelfall. In Rweza, wo er die Grundschule besuchte, habe es nur einen Wasserhahn gegeben, den sich die Schule mit Hunderten Haushalten in der Umgebung teilen musste. Entsprechend froh ist Lionel über die jüngsten Entwicklungen. „Wir nutzen das jetzt vorhandene saubere Wasser zum Reinigen der Klassenzimmer, zum Händewaschen und für die Hygiene in den Toiletten. Auch im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie hilft es uns bei der Einhaltung von Hygienerichtlinien.“

Nadine Niragira

Seine Klassenkameradin Nadine Niragira, ebenfalls seit vier Jahren an der Schule, ist genauso begeistert von dem Ergebnis des Projekts. „Dieses Wasser hat mein Leben wirklich verändert. An dem kleinen Fluss, an dem wir Wasser holten, mussten wir Schlange stehen. Jetzt ist es problemlos möglich, sauberes Trinkwasser zu bekommen, ohne weite Strecken zurücklegen zu müssen.“ Um diese langen Wege nicht alleine gehen zu müssen, hatte Jean Bosco Manirakunda, der Präsident der Schule, sogar Wasserholer angestellt. „Aber jetzt brauchen wir sie nicht mehr, weil das Wasser hier in unserer Schule zur Verfügung steht“, erklärt er. Hygiene und sanitäre Einrichtungen in Klassenzimmern und Toiletten seien dank des Projekts nun die neue Realität. In ihrer Schule können sich die Schülerinnen und Schüler endlich auf das Wesentliche konzentrieren – oder, wie Nadine Niragira es beschreibt: „Mein Ziel ist es, zu lernen und nicht Wasser zu holen.“

Weitere Trinkwasserprojekte geplant

Die Freude der 400 Mädchen und Jungen der Schule bekommt auch Carolin Häfner mit. Gut ein Jahr nach Start des Projekts in Deutschland sieht sie nun die Bilder der glücklichen Gesichter in Burundi. Hinter ihr liegen viele Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Projekt. „Wenn man hier in seinem Büro sitzt, weiss man gar nicht, wie viel Aufwand dahintersteckt. Ich habe gelernt, dass sehr viel Vorarbeit und Koordination geleistet werden müssen.“ Beim Blick auf die Fotos weiss sie, dass sich das mehr als gelohnt hat. „Wenn Sie hier einem Jugendlichen sagen: ‚Hurra, wir haben ein neues Waschbecken!‘, wird er Sie verständnislos angucken. Die Menschen in Burundi empfinden eine ganz andere Freude, weil es für sie eine viel grössere Bedeutung hat. Genau darum mache ich diesen Job.“

Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt plant Kärcher, weitere Wasseraufbereitungsanlagen in Burundi und anderen Ländern zur Verfügung zu stellen.

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