Nicht nur das Ergebnis solcher Optimierungen ist nachhaltig, sondern auch der Prozess selbst. Johannes Wöllhaf, Verpackungsingenieur bei Kärcher, erklärt: „Bevor wir auch nur einen physischen Prototyp eines Produkts fertigen, simulieren wir bei Produktneuentwicklungen den kompletten und realistischen Transportprozess.“ Er und seine Kollegen testen zum Beispiel virtuell, was passieren würde, wenn das Produkt mal von der Laderampe fällt. Und sie prüfen, welche Materialien an Produkt und Verpackung beim Transport am besten zusammenspielen. Diese Massnahmen beschleunigen die Entwicklung um Wochen, weil man nicht immer neue physische Prototypen und Verpackungen bauen muss – auch das reduziert Abfall. „In den Ergebnissen der Simulation sehen wir genau, was passiert, wenn wir beispielsweise die Wandstärke der Verkleidung eines Produkts verändern oder wie gut ein Produkt noch geschützt ist, wenn wir eine Verpackung dünner machen, weglassen oder den Werkstoff ändern.“
Die virtuelle Entwicklung erleichtert auch die internationale Zusammenarbeit, da Ergebnisse so schnell und unkompliziert mit Kollegen in verschiedenen Ländern geteilt werden können. Diese Zusammenarbeit ist wichtig, um gute Lösungen für nachhaltige Verpackungen zielgerichtet mit Kollegen an anderen Standorten zu teilen. Dass es bei der Internationalität auch Herausforderungen gibt, erklärt Kötzle: „Was nachhaltig ist, wird in jedem Land und jeder Weltregion immer etwas anders gesehen. So gelten etwa Kunststoffbeutel vor allem in Deutschland und anderen europäischen Ländern als nicht besonders nachhaltig. In China und anderen asiatischen Ländern wird das anders gesehen, was auch teilweise stimmt, wenn man nur den Blick auf die CO₂-Emissionen legt, die grossen Probleme von Plastikmüll in der Natur ausblendet und die Schwierigkeiten beim Recyceln aussen vor lässt. Das Beispiel zeigt, dass man zu unterschiedlichen Bewertungen kommen kann, je nachdem, ob man den Fokus auf Emissionen, Entstehung von Müll, Wasserverbrauch oder andere Dimensionen legt. Deshalb führen wir gerade gemeinsam mit dem Nachhaltigkeitsmanagement, dem Produktmanagement und dem Einkauf einen einheitlichen, international gültigen Kärcher Standard ein mit Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeit einer Verpackung.“
(Im Bild von links nach rechts: Johannes Wöllhaf und Frank Kötzle)