Schlamm, Schweiss & Hochdruck: die Rallye Dakar 2017

«Wenn Du denkst, Du hast alles unter Kontrolle, dann überrascht Dich die Dakar». So beschreibt Filipe Ferrao, Mechaniker im X-raid-Team, den Spirit des einzigartigen Rennens. 9 000 Kilometer Strecke in drei Ländern. Knapp zwei Wochen unterwegs, davon sechs Tage auf über 3 000 Metern Höhe. Eine unglaubliche Belastung für Piloten, Fahrzeuge – und all die Menschen, die hinter den Kulissen hart am Erfolg der Rallye arbeiten.

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Sauberkeit mitten im Nirgendwo.

Davon, dass der Reinigungsspezialist seit 2012 die Rallye sponsert, profitieren seither alle Piloten. Denn wie jedes Jahr wurde auch 2017 ein grosses Cleaning Center aufgebaut, am Ende der achten Etappe in Salta. «Es muss völlig autark funktionieren, ohne Strom- und Wasseranschluss», erklärt Ivan Villamil von Kärcher Südamerika. «Da stecken sehr viel Organisation und Logistik drin. Inklusive Transport brauchen unsere Techniker und Industriebau-Spezialisten fünf Tage, bis alles bereit ist für den grossen Einsatz.»

Ein Techniker pro Motorrad oder Auto, zwei pro Truck arbeiteten neun Stunden im Akkord. «Im besten Jahr haben wir an zwei Tagen 2.500 Fahrzeuge geschafft – da waren es noch deutlich mehr Teilnehmer, und manche brachten ihr Fahrzeug sogar zweimal vorbei.» Kein Wunder, dass nach einem solchen Höllenritt erst einmal Schlafen angesagt war. «Aber lang ist die Verschnaufpause nicht – die Biwaks werden am nächsten Tag gleich wieder abgebaut. Also heisst es früh aufstehen, alles demontieren und verladen, um mittags abfahrbereit zu sein.»

Mechaniker unter Druck.

Die Reinigung selbst führten die Mechaniker der Teams durch. «Motorhaube auf, Motorraum, Filter und Kühler reinigen, stark beanspruchte Teile oder solche mit begrenzter Laufleistung prüfen – und trotz Zeitdruck bloss keine Details übersehen», beschreibt Filipe Ferrao von X-raid die Aufgabe. Pro MINI John Cooper Works waren für Reinigung und Wartung in etwa drei Stunden Arbeit fällig, wenn nicht grössere Probleme durch technische Schwierigkeiten auftraten. Dankbar waren die Mechaniker bei ihrer Arbeit tatsächlich für den Hochdruckreiniger, denn: «Es ist angenehmer, sich nicht durch den Schlamm zu wühlen – und man sieht natürlich mehr.»

Und so galt es, Tag für Tag unter widrigsten Bedingungen Höchstleistung zu erbringen. «Du isst, wenn es etwas zu essen gibt, und Du schläfst, wenn es gerade geht. Ansonsten arbeitest Du – das ist der Dakar-Modus», erzählt Ferrao. Da Schlaf eher Mangelware ist, wurde jeder Platz genutzt, ganz gleich, ob im Zelt, im Dachzelt auf dem LKW oder auf dem Feldbett unter der Seitenplanke des Trucks. Ferraos Resümee: «Dieses Jahr gingen Regen und Kälte schon an die Substanz – aber wir sehen uns 2018 natürlich wieder.»

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Von einer Irrfahrt zur Dakar.

Die faszinierenden Wurzeln der Rallye Dakar liegen in den 1970er Jahren. Der Franzose Thierry Sabine hatte sich 1977 bei der Rallye Abidjan-Nizza in der libyschen Wüste verirrt. Inspiriert von diesem gravierenden Erlebnis, gründete er 1979 die Rallye Dakar. Vier Jahre später wurde der Mythos endgültig etabliert, als in einem Sandsturm in der Ténéré-Wüste (südliche Sahara) mehr als 40 Piloten die Orientierung verloren und manche von ihnen ganze vier Tage brauchten, um wieder auf die Strecke zurückzukehren. Seither gilt die Dakar als die berühmteste Langstrecken- und Wüstenrallye der Welt. Für jene, die sich diesem Abenteuer stellen, dürfte immer noch der Kerngedanke zutreffen, den Sabine einst formulierte: «A challenge for those who go. A dream for those who stay behind.»

Wasser – ein kostbarer Rohstoff.

Besonderes Augenmerk lag aufgrund der Wasserknappheit wieder auf einem niedrigen Verbrauch des kostbaren Rohstoffs. Das mobile Team wie auch das Cleaning Center sammelten das verwendete Wasser, bereiteten es auf und verwendeten es wieder. Das im Cleaning Center zur Reinigung benötigte Wasser hat das Team nach Ende der Aktion zudem an einen zertifizierten Partner geliefert, der es nach der Wiederaufbereitung dem Trinkwassersystem zuführte.

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