Die längsten Laster der Welt

Sie gehören zu Australien wie Kängurus und das Great Barrier Reef: Road Trains versorgen entlegene Gebiete mit Gütern aller Art. Mehr als 50 Meter lang und 130 Tonnen schwer sind sie die Könige der Strasse. Doch die extremen Temperaturen und aggressiver Schmutz setzen den Giganten zu. Eine normale Waschanlage wäre da schnell überfordert.

Robs Tag beginnt früh. „Ich stehe um 4.30 Uhr auf und mache Sport.“ Wer für Stunden konzentriert am Steuer sitzt, braucht einen Ausgleich. „Gerne gehe ich mit Freunden schwimmen“, aber besonders angetan hat es ihm das Stehpaddeln. „Da pflüge ich mich wie ein Verrückter auf dem Paddelbrett durchs Wasser.“ Nach dem Training geht es zur Arbeit, ans Steuer eines mehr als eine Million Dollar teuren Lastwagens.

Eine wichtige Lieferung

Heute geht es in die Gegend von Marble Bar, etwa 200 Kilometer ins Landesinnere. Der Diesel in Robs Tanks ist das Lebenselixier des dortigen Bergwerks. „Ohne unsere Versorgungsfahrten gäben die Generatoren den Geist auf, die Kantinen hätten kein Essen, die Maschinen könnten nicht betrieben werden.“

Marble Bar gilt als einer der heißesten Orte der Welt. Temperaturen über 40 Grad sind keine Seltenheit. Die Gegend ist unwirtlich und eine Herausforderung für Menschen und Maschinen. „Steigen die Temperaturen auf 35 Grad, kommt es zu Sandstürmen. Die sehen aus der Ferne fantastisch aus, aber wer durch einen durchfahren muss, merkt es sofort: Der Sand setzt sich überall fest“, erklärt Rob. Der allgegenwärtige Eisenerzstaub rund um die Minen tut sein Übriges.

Nach Hunderten Kilometern auf schmutzigen und teilweise unbefestigten Strecken ist alles mit Staub bedeckt. „Ich muss nicht nur dafür sorgen, dass das Produkt vor Ort eintrifft. Ich muss darauf achten, dass das Produkt einwandfrei und sicher ausgeliefert wird und nicht kontaminiert ist.“ Dafür prüft Rob die Tanks und reinigt die Anschlussstellen am Truck, bevor die Ladung abgeladen wird. Dann macht er sich wieder auf den Weg, durch die weite Landschaft der Pilbara.

So heiß und trocken die Region die meiste Zeit ist, so nass ist sie in der Regenzeit. Besonders zwischen November und Mai verwandelt plötzlich auftretender Starkregen die staubigen Straßen schnell in matschige Pisten. Auch das ist eine Herausforderung für die schweren Road Trains. „Da setzen sich schnell 300 Kilogramm Matsch am Unterboden des Lkw fest“, berichtet Rob.

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„Die Waschanlage macht uns das Leben einfacher. In unserer Branche ist Zeit immer ein wichtiger Faktor“, sagt Rob, „Meinen 50 Meter langen Truck in 15 Minuten reinigen zu können, ist grossartig.“ Vor der Entwicklung des neuen Reinigungssystems wurden die Fahrzeuge mit einem Hochdruckreiniger und viel Handarbeit saubergemacht. Einen einzigen Lkw zu reinigen, dauerte fünf Stunden. Wertvolle Zeit. „Heute fahre ich da einfach durch, ohne etwas tun zu müssen. Ich lenke geradeaus, alles Weitere erledigt die Waschanlage.“

Nach dem Reinigungsstopp geht es wieder auf die Strasse, in die Weiten der Pilbara. „Trotz der rauen Bedingungen und der unmenschlichen Hitze ist das für mich ein magischer Ort.“ Abgeschiedenheit, Einsamkeit, harte Arbeit und lange Tage vergisst Rob schnell, wenn sein Blick auf diese einzigartige Landschaft fällt. „Man muss sich nur die Zeit nehmen und hinsehen.“

Road Train Truck Wash
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5 PILBARA-FAKTEN

  • Pilbara ist eine von neun Regionen des Bundesstaats Western Australia.
  • Auf über 500.000 Quadratkilometern leben 67.000 Menschen.
  • Das Klima wird von hohen Temperaturen bei wenig Regen und einer niedrigen Luftfeuchtigkeit bestimmt.
  • In der Pilbara liegen die weltweit größten Eisenerzvorkommen.
  • Neben Bergbau und Ölindustrie ist der Tourismus ein wichtiger Faktor der Region.

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