Interview mit Felipe Valderrama
Was motiviert Sie bei der Grünfilterinitiative mitzuwirken?
Ich bin in einem Entwicklungsland aufgewachsen, das mir früh die Probleme aufgezeigt hat, die es gibt, wenn Geld und Technik nur unzureichend verfügbar sind. Viele denen ich begegnet bin haben vor dieser Situation einfach resigniert, da oft unbekannt ist, welche einfachen und günstigen Wege es gibt, zahlreiche Probleme zu lösen.
Meine Motivation ist daher, als Vermittler von einfachen Lösungen zu fungieren, die auch in Regionen funktionieren, in denen kaum Budget verfügbar ist und ein niedriges Bildungsniveau weit verbreitet ist. Die Grünfilteranlagen sind dafür ein perfektes Beispiel. Sie können gute und nachhaltige Ergebnisse erzielen - auch ohne großen Einsatz.
Was sind die Hauptvorteile der Grünfilteranlagen?
Die grössten Stärken der Anlagen sind die einfache Verwirklichung und der leichte Betrieb. Daher sind sie eine ideale Lösung zur Behandlung von Abwässern in kleinen Dörfern, die nur wenig Budget und Technologien zur Verfügung haben.
Grünfilteranlagen sind eine kosteneffiziente und umweltfreundliche Alternative zu regulären Kläranlagen. Sie sind nach dem Prinzip der Bionik angelegt. Das bedeutet, dass die Anlage spontane biologische Prozesse verstärkt, die in natürlichen Feuchtgebieten ohnehin vorkommen. Dabei wird die organische Masse zersetzt und so die Wasserqualität gesteigert. Da es sich um einen natürlichen Prozess handelt, muss der Mensch nur noch wenig tun.
Mit wem arbeiten Sie beim Aufbau vor Ort zusammen?
Wir arbeiten mit Einwohnern der Gemeinden zusammen. Das ist uns sehr wichtig, denn sobald die Anlage einsatzbereit ist, gibt es genug Menschen, die sich schon damit auskennen und die Anlage warten oder die Wartung beaufsichtigen können.
Welche Rolle spielt Kärcher?
Kärcher hat mit der "Sauberes Wasser für die Welt"-Initiative in Zusammenarbeit mit dem Global Nature Fund vielen kleinen Organisationen die Möglichkeit gegeben, lokale Projekte zur Wasserreinhaltung umzusetzen. In Kolumbien wird unsere Organisation Fundación Humedales unterstützt. Durch das Projekt in San Miguel de Sema hatten wir die Möglichkeit, unsere Idee zum ersten Mal in realem Ausmass zu testen und weiter auszubauen. Inzwischen profitieren in Kolumbien vier kleine Ortschaften von der Technologie, die alle sehr dankbar sind für die Unterstützung des Global Nature Funds und Kärcher.