Ein globaler Forschungserfolg: Lithium-Ionen-Akkus.
Es gibt immer wieder Technologien, die das Leben der Menschen tiefgreifend verändern – dazu gehört der Lithium-Ionen-Akku. Treiber war zunächst die Unterhaltungselektronik, denn für Walkman & Co. wurde in den 1970er-Jahren eine Alternative zu den nicht wieder aufladbaren Primärzellen gesucht. Lithium-Ionen-Batterien wurden schnell als interessante Kandidaten identifiziert, denn sie besitzen eine hohe Energiedichte, eine kompakte Bauform und unterliegen keinem Memory-Effekt.
Die leichte Entflammbarkeit und die Anfälligkeit für zellinterne Kurzschlüsse jedoch waren Probleme, mit denen sich die Wissenschaft auseinandersetzen musste und teilweise noch muss. Einen entscheidenden Durchbruch schafften die Forschungsarbeiten von John B. Goodenough (USA), M. Stanley Whittingham (UK) und Akira Yoshino (Japan), die 2019 den Nobelpreis für Chemie erhielten. 1983 wurde der erste wiederaufladbare Lithium-Ionen-Akku hergestellt, 1991 brachte Sony die Technik auf den Markt. Seither ist der Siegeszug unaufhaltsam, was sich auch in Zahlen aufzeigen lässt: 2019 hatte der Weltmarkt ein Volumen von rund 40 Milliarden Euro, eine Steigerung bis 2022 auf etwa 60 Milliarden Euro wird erwartet.
Von Musik über Mobilität bis zum Grossreinemachen:
Wo Akkus überall Verbesserungen schaffen.
Ob Mobiltelefon, Digitalkamera, Notebook oder Taschenlampe: Es gibt kaum ein elektronisches Gadget, das heutzutage nicht mit Lithium-Ionen-Akkus betrieben wird. Gegenüber herkömmlichen Nickel-Cadmium- oder Nickel-Metallhydrid-Akkus besticht die Technik vor allem durch das geringe Gewicht und die geringe Grösse bei gleichzeitig hoher Kapazität und Leistungsfähigkeit. Dies spielt auch bei nützlichen Geräten wie Power Tools, Gartenwerkzeugen, Staubsauger & Co. eine Rolle, die sowohl privaten als auch professionellen Anwendern die Arbeit erleichtern.
Ein weiteres grosses Thema ist die Elektromobilität, denn dank der Verschaltbarkeit der Lithium-Ionen-Zellen lassen sich mehrere kleinere Akkus zu einer grossen Batterie zusammensetzen. Sie werden in sämtlichen Fahrzeugen vom E-Bike über E-Scooter und Segway bis hin zu Hybrid- beziehungsweise E-Auto und -Bus eingesetzt.
Sogar in der Photovoltaik haben sich Lithium-Ionen-Akkus aufgrund der kompakten Bauform, der hohen Lebensdauer und der Wartungsfreiheit als Energiespeicher bewährt. Die im Heimspeicherbereich üblichen 6'000 Zyklen entsprechen einem Zeitraum von rund 20 Jahren – und somit in etwa der Betriebszeit einer Photovoltaikanlage.









