Zukunft konkret: Zum Beispiel Bühlertal
Produkte lokal fertigen und wettbewerbsfähig bleiben. Kundenwünsche in hoher Qualität und Geschwindigkeit umsetzen. Einen Standort langfristig sichern und nachhaltig wirtschaften. Mit dieser Ausrichtung digitalisiert Kärcher sein Werk Bühlertal komplett. Bereits vor Start des Projekts, das unter dem Namen Bühlertal 5.0 läuft, lag der Automatisierungsgrad bei über 50 Prozent. Innerhalb von nur zwei Jahren werden nun Produktionssteuerung, Fertigung und Intralogistik neu aufgesetzt oder weiter automatisiert. Warum fahrerlose Transportsysteme dabei Schwarmintelligenz brauchen, und warum Mitarbeiter nun deutlich weniger Gewicht stemmen müssen? Wir tauchen ein.
Digitalisierung im Saisongeschäft: Die Welt dreht sich weiter.
Grosse Projekte haben oftmals die Eigenschaft, im Sand zu verlaufen. Das geschieht vor allem dann, wenn der Wurf zu gross ist und die Mitarbeiter nicht an Bord sind. Katja Räntzsch, Projektleiterin Bühlertal 5.0, erklärt: „Uns war es von Anfang an wichtig, dass alle Kolleginnen und Kollegen in das Projekt involviert sind, denn sie schultern viele Aufgaben in der Umsetzung. Das geht nur mit Motivation und Offenheit für neue Ideen – zumal die Welt sich weiterdreht und wir das operative Geschäft zuverlässig stemmen müssen.“
Operatives Geschäft bedeutet in Bühlertal zum Beispiel eine Kunststoffeigenfertigung mit 50'000 Bauteilen pro Tag oder die Herstellung von bis zu 25'000 Produkten für private und professionelle Anwender. Hinzu kommt die spezielle Herausforderung, dass auch die Reinigungstechnik ein Saisongeschäft ist. Im Retailsegment ist die Nachfrage an Hochdruckreinigern in Frühjahr und Sommer besonders hoch. „Sobald die Sonne scheint, steigen die Bestellungen drastisch und wollen schnell bedient sein – da arbeiten wir im Werk nicht nur mit unseren 570 Mann Stammbelegschaft, sondern zusätzlich mit bis zu 300 Saisonkräften im Dreischichtbetrieb“, so Räntzsch.






