Tier- und Viehtransporter reinigen | Kärcher

Tier- und Viehtransporter reinigen

Ob es der kleine Anhänger ist, mit dem ein Landwirt fünf Schweine zum Schlachthof fährt, oder das Großfahrzeug auf dem Weg zur Weide: Unabhängig von der Größe sollten alle Viehtransporter in Sachen Reinigung und Desinfektion gleich behandelt werden. Denn nur Sauberkeit und Hygiene beim Transport von Kühen, Schweinen und Geflügel stellen sicher, dass die Übertragung von Krankheitserregern von Tier zu Tier oder zum Menschen verhindert wird.

Tier- und Viehtransporter
Innenreinigung Tiertransporter: Lose Verschmutzungen entfernen

Zunächst werden bei der Innenreinigung des Transporters die losen Verschmutzungen manuell mit Schaufel, Eimer und Besen entfernt.

Verschmutzungen einweichen

Abhängig von der Verweildauer der Tiere wird anschließend mit einem normalen Wasserschlauch oder am besten mit einem Hochdruckreiniger großzügig Wasser verteilt, um die haftenden Verschmutzungen einzuweichen.

Innenreinigung Tiertransporter mit Reinigungsschaum

Zusätzlich kann ein geeigneter Reinigungsschaum verwendet werden, der durch die bessere Haftung eine höhere Einwirkzeit sicherstellt. Danach wird der gelöste Schmutz herausgespült, am besten mit einem hochvolumigen Gerät ab 1.000 Litern Wasserfördermenge pro Stunde, um mit ausreichender Schwemmleistung zu arbeiten.

Viehtransporter auf dem Schlachthof reinigen

Der Schlachthof ist eine Risikozone, da Fahrzeuge von verschiedenen Betrieben mit verschiedenen Viehbeständen aufeinandertreffen können. Daher müssen alle Transportfahrzeuge noch vor dem Verlassen des Schlachthofs gereinigt und desinfiziert werden. Entsprechende Regelungen wie die EU-Verordnung 853/2004 geben vor, dass Schlachthöfe über geeignete Anlagen zum Reinigen, Waschen und Desinfizieren von Transportmitteln für Tiere verfügen müssen. Konkrete Vorgaben zur baulichen Gestaltung dieser Anlagen sind aber in der europäischen und in den nationalen Verordnungen nicht enthalten.

Innen- und Außenreinigung von Tier-und Viehtransportern

Tipp 1 – Heißwasser verwenden:

Zu empfehlen ist die Verwendung eines Heißwasser-Hochdruckreinigers bei einer Wassertemperatur von 60 bis 80 °C, da warmes Wasser Verschmutzungen schneller und gründlicher löst. Dadurch lässt sich auch ohne Reinigungsmittel ein besseres Reinigungsergebnis erzielen, und die Trocknung erfolgt deutlich schneller, was für kürzere Leerzeiten der Fahrzeuge sorgt. Als Zubehör eignet sich am besten eine Flachstrahldüse.

Tipp 2 – persönliche Schutzausrüstung tragen:

Um den Anwender vor gegebenenfalls verwirbelten Keimen und umherfliegenden Verschmutzungen zu schützen, ist eine persönliche Schutzausrüstung (PSA) anzulegen. Dazu zählen generell Schutzanzug, Handschuhe, Stiefel, Schutzbrille und Gehörschutz. Die Stiefel müssen vor Verlassen des Waschplatzes gereinigt und desinfiziert werden.

Desinfektion und Heißwasser

Nach der Reinigung und Trocknung eines Viehtransporters erfolgt die Desinfektion. Der Fahrer muss für jedes Fahrzeug ein Desinfektionskontrollbuch führen, das den Tag des Transports, die Art der beförderten Tiere, den Ort und den Tag der Reinigung und Desinfektion des Fahrzeugs sowie das verwendete Desinfektionsmittel dokumentiert.

Generell gibt ein Listeneintrag dem Anwender Sicherheit in Bezug auf die Wirksamkeit, da Gebrauchskonzentrationen, Einwirkzeit und Anwendungsgebiet angegeben werden. Auch ist so ein objektiver Vergleich zwischen verschiedenen Mitteln möglich, um die beste Wahl zu treffen. Dabei kann auf verschiedene Aspekte geachtet werden:

  • Durch eine geringe Aufwandmenge werden möglichst wenig Chemikalien in die Umwelt abgegeben.

  • Es dürfen keine Rückstände in Lebensmitteln oder im Abwasser nachgewiesen werden.

  • Stoffe mit allergieauslösendem Potenzial wie Aldehyde oder Kresole sowie sogenannte CMR-Stoffe, die krebserregend, erbgutverändernd (mutagen) und gesundheitsgefährdend (reproduktionstoxisch) sind, sollten vermieden werden.

  • Bei Stoffen wie Formaldehyd und quartäre Ammoniumverbindungen gibt es erste Hinweise auf eine Resistenz.
Dokumentation bei der Desinfektion von Tiertransportern

Tipp – Schaum verwenden:

Empfehlenswert ist die Verwendung eines Schaums, um die Sichtbarkeit bereits bearbeiteter Bereiche sowie die Einwirkdauer zu erhöhen. Außerdem kann ein Schaum ohne Sprühnebel mit einer Becher-Schaumlanze aus bis zu sieben Metern Entfernung aufgetragen werden, was für den Anwender mehr Sicherheit bringt.

Aufgrund der vielfältigen Problematik bei der Verwendung von Chemikalien sind aktuelle Untersuchungen zur desinfizierenden Wirkung von Heißwasser-Hochdruckreinigern interessant. So wurde die Wirksamkeit von Kärcher Geräten zur Bekämpfung von Viren im Frühjahr 2021 von einem unabhängigen Labor zertifiziert. Bereits ab einer Wassertemperatur von 65 °C und einer Kontaktzeit des Wassers mit der kontaminierten Oberfläche von unter einer Minute können Heißwasser-Hochdruckreiniger behüllte Viren nachweislich wirksam beseitigen – ab 75 °C werden auch unbehüllte Viren effektiv reduziert.

Vorteile von Heißwasser-Hochdruckreinigern

Vorteile Heißwasser-Hochdruckreiniger

Mit Heißwasser reinigen Hochdruckreiniger bei gleichbleibendem Druck noch besser. Neben besseren Ergebnissen und einer schnelleren Reinigungs- und Trocknungszeit lässt sich beim Einsatz von Heißwasser-Hochdruckreinigern eine messbare Keimreduktion erreichen. Mithilfe der Dampfstufe können empfindliche Oberflächen sogar mit bis zu 155 °C schonend gereinigt werden. Darüber hinaus ermöglichen die Geräte eine Reduzierung des Arbeitsdrucks, des Zeiteinsatzes sowie der Menge einzusetzender Reinigungsmittel. Die Reinigung mit Heißwasser bietet dadurch einige Vorteile und verschiedene Möglichkeiten, den Reinigungsvorgang zu optimieren.

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