Reinigung von Schulen und Kindertagesstaetten | Kärcher

Wie Schulen und Kindertagesstätten Hygiene sicherstellen können

Nicht nur in Zeiten einer Pandemie, sondern generell gelten Kindertagesstätten und oft auch Schulen als Orte, die der Verbreitung von Krankheitserregern Vorschub leisten. Der Ausbreitung von Viren und Bakterien kann wirksam begegnet werden, wenn für die jeweilige Einrichtung ein passendes Hygienekonzept erarbeitet wird.

Sauberkeit Schützt

Sauberkeit Schützt

 

Für die effektive Reinigung von gemeinschatlichen Einrichtungen, unter anderem Schulen und KITAs, ist ein Hygienekonzept ein wichtiger Schritt. Es beinhaltet viele Faktoren, von der Lüftung der Räumlichkeiten über die Verkleinerung von Gruppen bis hin zum Einhalten von Abstands- oder Maskenregeln. Ein weiterer, wesentlicher Faktor ist die Einführung effektiver Reinigungsabläufe – denn Sauberkeit kann vor Krankheit schützen, wenn an den relevanten Punkten angesetzt wird.

Oberflächen mindestens einmal täglich desinfizierend reinigen

Nach der Eröffnung geht es darum, im laufenden Betrieb die definierten Reinigungsmaßnahmen in einem geeigneten Turnus umzusetzen. Im konkreten Fall einer Pandemie spielen Oberflächen mit häufigem Hand-/Hautkontakt eine wichtigere Rolle als im normalen Alltag. In Einrichtungen, die kleine Kinder betreuen, werden Gegenstände nicht nur mit den Händen, sondern häufig auch mit dem Mund berührt. Es empfiehlt sich also, Lichtschalter, Türklinken, Tische, Gruppengarderoben, für Kinder erreichbare Fenster, Spielsachen und andere relevante Oberflächen mindestens einmal täglich desinfizierend zu reinigen. Speziell bei Kleinkindern sollten Produkte verwendet werden, die keine Rückstände auf den Oberflächen hinterlassen – Alkohol beispielsweise trocknet rückstandsfrei auf, Peroxid verfällt. In Schulen gilt es, die Bereiche für Erwachsene nicht zu vergessen – beispielsweise die Kaffeeküche mit häufig berührten Bedienelementen von Kaffeemaschine, Kühlschrank oder Spülmaschine.

Manuelle Oberflächenreinigung

Am besten setzt man für die manuelle Oberflächenreinigung Mikrofasertücher sowie Sprühflaschen mit Desinfektionsreiniger ein. Bei der Arbeit können zwei Verfahren unterstützen. Die Farbmethode legt fest, dass beispielsweise blaue Tücher für Oberflächen und rote Tücher für Toiletten verwendet werden. So ist eine Verwechslung ausgeschlossen. Mit der 8- oder 16fach-Tuchfaltmethode lässt sich zudem sicherstellen, dass Oberflächen immer mit einer sauberen Tuchseite gereinigt und Keime nicht von einem zum nächsten Raum verschleppt werden. Ein Mikrofasertuch wird dazu einmal nach unten und, je nach Größe, ein- oder zweimal zur Seite gefaltet. Anschließend wird eine saubere Seite des Tuches mit Desinfektionsreiniger eingesprüht und die Oberfläche abgewischt. Durch systematisches Entfalten lassen sich acht bzw. sechzehn Flächen reinigen, bevor ein neues Tuch verwendet werden muss.

Manuelle Bodenreinigung
Maschinelle Bodenreinigung

Zur täglichen Trockenreinigung von Böden eignen sich Staubsauger, die über einen HEPA-Filter verfügen und somit Mikroorganismen aufnehmen und zurückhalten können. Manuell kann staubbindend gewischt werden, um lose Verschmutzungen vom Boden aufzunehmen. Für die wöchentliche Nassreinigung sollte in einer akuten Bedrohung durch Krankheitserreger keinesfalls mit der Eimermethode gearbeitet werden, da das Risiko einer Keimverschleppung dabei besonders hoch ist. Stattdessen können Wischbezüge aus Mikrofaser genutzt werden, die je nach Größe der Fläche bereits mit Desinfektionsreiniger oder Reinigungsmittel vorimprägniert wurden. Pro Raum wird ein Tuch verwendet, um auch bei der Bodenreinigung das Risiko einer Keimverschleppung zu minimieren. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten für alle Aufgaben Mehrwegtücher genutzt werden, die im Anschluss an die Reinigung allerdings chemothermisch oder thermisch desinfiziert, also mindestens mit 60°C oder mit 95°C gewaschen werden müssen. Ist dies nicht möglich, so sollte zur Sicherheit mit Einwegtüchern gearbeitet werden. Große Flächen, beispielsweise Turnhallen, Mensen oder lange Flure in großen Schulen, können effizient und für den Anwender komfortabel mit Scheuersaugmaschinen bearbeitet werden. Sie saugen die Schmutzflotte gleich auf und sind somit besonders hygienisch.

Desinfektion mit Dampf

Was, wenn...?

Wiedereröffnung nach einer Ausbruchssituation

Ist eine Einrichtung mit einer Ausbruchssituation konfrontiert, so wurde nachgewiesen, dass Träger eines Krankheitserregers wie SARS-CoV-2 im Gebäude waren. In diesem Fall müssen die Hygienemaßnahmen intensiviert werden. Reicht im normalen Alltag das desinfizierende Reinigen in einem Arbeitsschritt, so muss nun im ersten Schritt gereinigt werden, im zweiten Schritt folgt die Desinfektion. Bei Zuhilfenahme von Chemie kann eine Wischdesinfektion durchgeführt werden. Sie dient der Keimreduktion (Desinfektion) auf Oberflächen und ist eine Form der Flächendesinfektion, bei der das Desinfektionsmittel mittels geeigneter Reinigungsutensilien durch Wischen verteilt wird. Auf Böden können Maschinen zu Hilfe genommen werden. Eine Vernebelung ist nur zulässig, wenn Anwender mit der nötigen PSA (Persönliche Schutzausrüstung) ausgestattet sind. Zusätzlich zur normalen Ausstattung mit Arbeitskleidung und Arbeitshandschuhen wird beim Vernebeln von Desinfektionsmitteln eine Schutzmaske benötigt. Außerdem muss nach der Vernebelung der Raum gründlich gelüftet und ausreichend lange für Publikumsverkehr gesperrt werden.

Wer auf Chemie verzichten will, kann in Innenräumen mit professionellen Dampfreinigern arbeiten. Behüllte Viren wie das Coronavirus SARS-CoV-2 können durch hohe Temperaturen unschädlich gemacht, also inaktiviert, werden. Wichtig ist allerdings die korrekte Anwendung: Der heiße Wasserdampf tritt mit rund 100 °C aus und kühlt sich mit zunehmendem Abstand ab. Um Viren effektiv zu bekämpfen, muss die Düse daher unmittelbar über die Oberfläche geführt werden. Außerdem ist auf eine ausreichende Reinigungsdauer zu achten und eine Bedampfungszeit von 30 Sekunden auf einer Stelle mit maximaler Dampfstufe zu wählen. Im Außenbereich können Heißwasserhochdruckreiniger mit Dampfstufe eingesetzt werden.