Ein wesentlicher Punkt zur Einschätzung der Bedeutung von Reinigungsmitteln ist der Sinner’sche Kreis: Es werden Zeit, Mechanik, Temperatur und Chemie benötigt, um ein gewünschtes Reinigungsergebnis zu erzielen. Wird die Wirkung einer Komponente reduziert, beispielsweise die Chemie, müssen die anderen Komponenten das ausgleichen. Mikrofasertücher können zum Beispiel den Einsatz von Reinigungsmitteln in der Oberflächenreinigung reduzieren, da sie leicht abrasiv sind – werden allerdings gar keine Reinigungsmittel verwendet, muss die Reinigungskraft sehr viel Kraft, also Mechanik, aufwenden, um die Bildung einer Schmutzschicht zu verhindern. Dieses Beispiel zeigt, dass immer zu entscheiden ist, ob bzw. wie im Bereich der Reinigungschemie nachhaltig agiert werden kann. Hinzu kommt, dass es Verschmutzungen wie Fett, Öl oder Vogelkot gibt, die sehr hartnäckig sind, so dass Reinigen ohne Reinigungsmittel schwierig ist.
Um umweltfreundliche Reinigungsmittel zu entwickeln, vermeiden viele Hersteller Zusammensetzungen auf Erdöl-Basis und arbeiten stattdessen mit nachwachsenden Rohstoffen. Dabei ist zu beachten, dass zum einen keine Regenwaldflächen abgeholzt werden dürfen, um Anbauflächen zu gewinnen. Zum anderen sollte es sich auch nicht um eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion handeln. Idealerweise kommen Abfallprodukte aus der Nahrungsmittelfertigung aus lokalen Quellen zum Einsatz, da auf diese Weise keine Ressourcen verschwendet werden und auch keine neuen Logistikketten rund um den Globus entstehen.
Alternativ lassen sich durch die Anwendung der sogenannten kombinatorischen Chemie Reinigungsmittel mit sehr gutem Wirkungsgrad entwickeln, die dennoch kennzeichnungsfrei sind und Umwelt und Anwender so wenig wie möglich belasten. In der Produktentwicklung werden dazu Synergien zwischen verschiedenen Rohstoffen untersucht und die beste, möglichst umweltschonende Kombination ermittelt, um eine sehr gute Reinigungsleistung zu erzielen.