Denkmalreinigung: Restauratorisch und sorgfältig | Kärcher

Restauratorische Denkmalreinigung

Die restauratorische Reinigung von Denkmälern stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Unsachgemäßes Vorgehen kann Schäden an unwiederbringlichen Zeugnissen der Vergangenheit hervorrufen. Materialien, Verschmutzungsarten und -grade, Formen und Strukturen – all dies gilt es zu analysieren, mögliche Reinigungstechniken auf Musterflächen zu testen und bei der Umsetzung höchste Sorgfalt walten zu lassen. Zum Einsatz kommen das Niederdruck-Partikelstrahlverfahren, das Heißwasser-Hochdruckreinigen bis zur Dampfstufe, Trockeneisstrahlen, Kompressen oder Lasertechnik.

Restauratorische Denkmalreinigung einer Statue
Eine Statue mit einer Moosschicht
Eine Person untersucht den Zustand eines Denkmals
Ein Denkmal mit einem Gerüst
Ein Denkmal wird mithilfe eines Hubsteigers gereinigt
Eine Person reinigt hängend eine Wand

Arbeiten in großer Höhe

Auch die erschwerte Zugänglichkeit höher liegender Gebäude- oder Denkmalbestandteile macht das Arbeiten nicht einfacher. In diesen Fällen muss bei umfassenden Arbeiten ein Gerüst zum Einsatz kommen, bei kleineren Ausbesserungen werden meist Hubarbeitsbühnen oder Industriekletterer eingesetzt. Auf senkrechten Flächen kann ein Reinigungsmedium oft nicht lange genug einwirken, zudem kann ablaufender Schmutz Sekundärverschmutzungen auf darunter liegenden Bestandteilen des Objekts verursachen. Hinzu kommt die Aufgabe, passende Lösungen zum Auffangen, Aufbereiten und Entsorgen von Schmutz und gegebenenfalls eingesetzten Reinigungsmitteln zu finden.

Eine Person saugt Staub und Schmutz mit einem Kärcher Sauger auf
Eine Person in Schutzausrüstung reinigt ein Denkmal mit Kärcher Strahlpistole
Eine Person reinigt ein Denkmal mit einem Kärcher Hochdruckreiniger

Partikelstrahl für die restauratorische Denkmalreinigung: klein, weich und wirkungsvoll

Beim Niederdruck-Partikelstrahlverfahren wird eine Strahlpistole über einen Baukompressor mit Druckluft versorgt. Zusätzlich werden der Luft in der Mischkammer ein sehr feines Strahlmittel und, wenn notwendig, Wasser für staubbindendes Arbeiten hinzugefügt.

Wichtig bei der Auswahl des Strahlmittels ist, dass dessen Mohshärte und die Korngröße passend zur Verschmutzung und der originalen Fassadenoberfläche ausgewählt werden. Es sind etwa 2.000 Strahlmittelvarianten verfügbar, von Maiskolbenmehl über Kalk- und Glaspuder bis zu Trockeneisperlen. Das Gemisch aus Luft, Wasser und Strahlmittel tritt an der Düse der Pistole aus, wobei Luftdruck, Wasser- und Strahlmittelmenge individuell regulierbar sind. Auf diese Weise können Oberflächen mit minimaler Abrasion gereinigt werden. Um die Partikel- und Schmutzreste aufzunehmen, kann ein Nass-/Trockensauger verwendet werden.

Eine Person reinigt eine Wand mit einer Strahlpistole
Ein Kärcher Nass-/Trockensauger saugt Schmutzpartikel auf

Mohshärte

Friedrich Mohs (1773–1839), ein Geologe, ritzte verschiedene Minerale gegeneinander und ordnete sie so nach ihrer Härte. Durch das Zuordnen von Zahlenwerten für weit verbreitete und leicht zugängliche Minerale entstand die Mohs-Skala. Minerale der Mohshärte 1 bis 2 gelten als weich, von 3 bis 5 als mittelhart, und alle Minerale über der Mohshärte 6 werden als hart bezeichnet.

Sonderfall Trockeneisstrahlen

Wird Trockeneis bei der Denkmalreinigung eingesetzt, so lösen sich die reinigenden Partikel buchstäblich in Luft auf. Allerdings ist zu beachten, dass beim Trockeneisstrahlen der auf die Oberfläche wirkende Impuls recht hoch ist, sodass auf Natursteinoberflächen Mikrorisse entstehen können. Sehr gute Ergebnisse werden hingegen fast immer auf Metall erzielt, beispielsweise beim Entschichten von Objekten aus Gusseisen.

Eine Person reinigt einen Metallbalken mit Trockeneis

Heißwasser und Dampf bei der Denkmalreinigung: drucklose Hochdruckreinigung

Hochdruckreinigung bringt man nicht ohne Weiteres mit der Arbeit an hochsensiblen Bausubstanzen in Verbindung. Tatsächlich kann mit geringstem Druck, sogar praktisch drucklos, gearbeitet werden: Bei einem Arbeitsabstand von 40 Zentimetern kommt selbst bei 200 bar Düsendruck nicht einmal 1 bar auf der Oberfläche an.

 

Wassermenge und Düsen

Für die Reinigungsleistung zählt nicht nur der von der Pumpe erzeugte Druck, sondern auch die je Zeiteinheit durch den Leitungsquerschnitt geförderte Wassermenge, die den Aufpralldruck beeinflusst und den gelösten Schmutz abtransportiert. Ebenso wichtig für die mechanische Wirkung des Hochdruckstrahls ist die verwendete Hochdruckdüse. Flachstrahldüsen bringen mehr Flächenleistung, Punktstrahldüsen brechen den Schmutz lokal besser auf und Rotordüsen kombinieren die beiden Vorteile – sie sind allerdings nur bei druckunempfindlichen Oberflächen zu empfehlen.

Eine Person reinigt ein Denkmalelement mit einem Kärcher Hochdruckreiniger

Vorteile des Heißwasserstrahls

Zum Einsatz kommen bei der restauratorischen Denkmalreinigung Kalt- und Heißwasser-Hochdruckreiniger. Je nach Art des Untergrunds und der Verschmutzungen kann man bei einer Temperatur von 80 °C oder höher arbeiten, was die Reinigungszeit um bis zu 60 Prozent verkürzt. Für den Heißwasserstrahl sprechen eine gute Schwemmwirkung und eine geringe Schwadenbildung.

 

Vorteile der Dampfstufe

Die Dampfstufe eignet sich insbesondere bei sensiblen, zerklüfteten Oberflächen sowie zur Entfernung von Rückständen mit höherem Schmelzpunkt. Gearbeitet wird mit einem Oberflächendruck von 0,5 bis 1 bar sowie einer Oberflächentemperatur von bis zu 100 °C. Algen, Moose und Flechten lassen sich dadurch schonend entfernen. Bei der Dampfstufe werden der Pumpendruck stark reduziert und die Wassermenge halbiert, sodass im System eine sehr hohe Wassertemperatur von bis zu 155 °C entsteht. Auch tiefersitzende Sporen werden dadurch größtenteils abgetötet und neuer Bewuchs hinausgezögert, was meist den Einsatz von Bioziden überflüssig macht.

 

Sonderfall: Höchstdrucktechnik auf Metallfassaden

Gegen millimeterdicke Kalkschichten kann auf Metalldenkmälern auch mit Höchstdrucktechnik gearbeitet werden, wenn sich das Verfahren auf Testflächen bewährt. Möglich sind verschiedene Verbindungen von einem Druck zwischen 400 und 500 bar sowie Flachstrahl- und Rotationsdüse, um beispielsweise Sinter beschädigungsfrei abzulösen.

Eine Person reinigt eine alte Treppe mit einem Hochdruckreiniger
Eine Person reinigt ein Metallelement mit Höchstdrucktechnik

Wann Lasertechnik Sinn macht

In den Anfängen wurden Laser-Reinigungstechniken nur selten eingesetzt, da sie beispielsweise zu gelblichen Verfärbungen von Stein führen konnten. Inzwischen ist das Verfahren für bestimmte Aufgaben bewährt, da Erfahrungswerte zur passenden Dauer der Laserpulse im Nano-/Mikrosekundenbereich sowie die passenden Bestrahlungsbedingungen das Schadensrisiko minimieren.

Werden die Parameter richtig gewählt und auf Musterflächen in ihrer Wirkung geprüft, so arbeitet das Verfahren sehr schonend. Verkrustungen von Stein, Oxidation von Metallen oder undefinierbare Schmutzschichten auf Farben beispielsweise lassen sich verdampfen, ohne die darunterliegende Oberfläche zu schädigen.

Der Abtrag funktioniert aber nur dann, wenn zwischen Schmutz und Oberfläche ein klarer farblicher Kontrast besteht. Der Grund: Der dunklere Schmutz absorbiert das Laserlicht und wird in dünnen Schichten abgetragen, während die helle Oberfläche das Licht lediglich reflektiert.

EXKURS – Kärcher Kultursponsoring: restauratorische Reinigung konkret

Kärcher hat im Rahmen seines Kultursponsorings in den letzten Jahrzehnten an über 150 Denkmälern restauratorische Reinigungsmaßnahmen durchgeführt – von den Kolonnaden am Petersplatz in Rom über die Memnonkolosse im oberägyptischen Luxor und verschiedene denkmalgeschützte Objekte nahe Athen und Piräus bis zum Obelisk in Paris oder dem Kölner Dom.

Eine Person reinigt den Innenraum des Kölner Doms